Die Milchstraße war schon immer gefräßig: Hubble entdeckt 12 Milliarden Jahre altes galaktisches Frühstück
Wir stellen uns unsere Heimatgalaxie gerne als friedlich schimmernde, majestätische Spirale vor. Kosmische Forensiker beweisen jedoch: Die Milchstraße war schon im Kleinkindalter ein aggressiver galaktischer Vielfraß.
In einer in Nature Astronomy veröffentlichten Studie analysierte ein Astrophysiker-Team unter Leitung von Davide Massari Daten des Hubble-Weltraumteleskops der NASA. Dabei stießen die Forscher auf das versteinerte Sternenskelett einer Zwerggalaxie, die unsere Milchstraße vor 12 Milliarden Jahren zum Frühstück verspeist hatte.
🥣 Opfer „LKH“: Das gefressene Zwergensystem
Die verschlungene Zwerggalaxie trägt die Bezeichnung LKH (Low-Energy-Kraken-Heracles). Nur 2 Milliarden Jahre nach dem Urknall riss die blutjunge Milchstraße dieses Nachbarsystem mit ihrer Schwerkraft in Stücke und verleibte sich dessen Sterne ein, um ihr eigenes Wachstum anzukurbeln.
Dieser Fund datiert die früheste bekannte kosmische Kollision der Milchstraße um sagenhafte 1,8 Milliarden Jahre nach vorne. Zuvor galt die sogenannte Gaia-Sausage-Enceladus-Verschmelzung vor etwa 10 Milliarden Jahren als ältester bekannter Riesenschmaus.
🌟 Sternen-Forensik an Kugelsternhaufen
Wie löst man ein Verbrechen nach 12 Milliarden Jahren ohne Zeugen? Das Team analysierte Kugelsternhaufen – uralte, dichte Sternbälle. Anhand chemischer Fingerabdrücke und orbitaler Geschwindigkeiten identifizierten sie Haufen, deren Zusammensetzung nicht zu echten Milchstraßensternen passte – das gestohlene Erbe der verschlungenen Galaxie.
Und der kosmische Appetit hält an: Zurzeit verdaut die Milchstraße die Sagittarius-Zwerggalaxie, und in 4,5 Milliarden Jahren kollidiert die riesige Andromeda-Galaxie mit uns. Im kosmischen Restaurant gilt: Entweder man isst, oder man steht auf der Speisekarte.
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