6.000 Jahre alte versunkene Steinbrücke auf Mallorca schreibt Menschheitsgeschichte neu
Bislang gingen Historiker davon aus, dass die Urlaubsinsel Mallorca erst vor etwa 4.400 Jahren von Menschen besiedelt wurde. Doch ein Fund in einer überfluteten Tropfsteinhöhle wirft diese Geschichtsbücher komplett über den Haufen.
In einer Studie im Fachjournal Communications Earth & Environment präsentiert ein internationales Forschungsteam eine 7,6 Meter lange, aus massiven Kalksteinblöcken errichtete Steinbrücke tief im Inneren der unter Wasser stehenden Cova de Genovesa an Mallorcas Ostküste.
🏛️ Die prähistorische Höhlen-Autobahn
Die Brücke überquerte einen unterirdischen Höhlensee, um den trockenen Höhleneingang mit erhöht liegenden Felsenkammern zu verbinden. Anhand von mineralischen Verkrustungen – sogenannten Kalzit-„Badewannenringen“, die sich bei konstantem Meeresspiegel bildeten – datierten die Forscher das Bauwerk auf ein Alter von 5.600 bis 6.000 Jahren.
Warum dieser Unterwasser-Fund eine echte archäologische Sensation ist:
- Über 1.000 Jahre früher: Frühere Nachweise stützten sich auf verstreute Tonscherben und Tierknochen. Die Steinbrücke beweist eine organisierte Besiedlung bereits um 4000 v. Chr.
- Geniale Steinzeit-Ingenieure: Die frühen Siedler bauten nicht nur einfache Hütten, sondern erkundeten gezielt dunkle Höhlensysteme zur Wassergewinnung und bauten anspruchsvolle Steinbrücken.
- Perfekte Unterwasser-Zeitkapsel: Da der nacheiszeitliche Meeresspiegelanstieg die Höhle vor Jahrtausenden flutete, blieb das Bauwerk im Wasser vor Verwitterung und Zerstörung geschützt.
🔍 Das neue Bild der Mittelmeer-Seefahrer
Mallorca galt lange Zeit als eine der letzten unberührten Inseln des westlichen Mittelmeers. Die Brücke in der Genovesa-Höhle belegt eindrucksvoll, wie mutig und technisch versiert die ersten Pioniere der Jungsteinzeit wirklich waren.
Wenn Sie das nächste Mal an Mallorcas Stränden entspannen, denken Sie daran: Tief unter Ihnen bauten findige Baumeister schon vor 6.000 Jahren steinerne Verkehrswege!
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