Auf der Suche nach einem ruhigen Campingplatz auf Google Maps: Camper entdeckt 390 Millionen Jahre alten Asteroidenkrater
Die meisten Menschen nutzen Google Maps für profane Alltagsfragen: Staus umfahren, prüfen ob eine Bäckerei Sitzplätze draußen hat oder sich in einer Vorstadtsiedlung hoffnungslos verfransen. Joël Lapointe hingegen nutzte die App, um einen 25 Kilometer breiten prähistorischen Weltraumkrater zu entdecken.
Der französisch-kanadische Hobbyastronom wollte einfach nur einen ruhigen Campingausflug in der abgelegenen Region Côte-Nord in Quebec planen. Beim entspannten Zoomen über Satellitenbilder rund um den Lake Marsal stieß er auf eine verblüffend symmetrische, kreisrunde Senke mit einem Durchmesser von sage und schreibe 25 Kilometern.
☄️ Wenn der Urlaubsplan zur kosmischen Katastrophe wird
Wie aus einer simplen Zeltplatz-Recherche eine globale wissenschaftliche Sensation wurde:
- Das Ziel: Ein einsamer See zum Marshmallow-Rösten und Schlafen unter den Sternen.
- Die Anomalie: Eine 25 Kilometer breite Zielscheibe, eingemeißelt in den Kanadischen Schild.
- Der Anruf bei den Experten: Joël kontaktierte den renommierten Planetengeologen Dr. Gordon Osinski von der Western University und Forscher des CEREGE in Frankreich.
- Der rauchende Beweis: Expeditionen in die subarktische Wildnis stießen auf sogenannte Strahlenkegel (Shatter Cones) – typische Gesteinsfrakturen, die ausschließlich durch extreme Schockwellen eines Hypergeschwindigkeits-Einschlags entstehen.
- Das Alter: Datierungen an Zirkonkristallen ergaben ein Alter von rund 390 Millionen Jahren (Devon-Zeitalter) – lange vor den ersten Dinosauriern.
Auf der gesamten Erde sind bisher nur rund 200 Meteoritenkrater offiziell bestätigt. Einen neuen Krater gemütlich im Flanellschlafanzug vor dem heimischen Bildschirm aufzuspüren, gleicht einem wissenschaftlichen Lottogewinn.
Die Struktur wurde nach Rücksprache mit den Ältesten des indigenen Innu-Rates von Ekuanitshit auf den Namen Uhackatik getauft, was in der Innu-Sprache „ein guter Ort für die Karibujagd“ bedeutet. Vor 390 Millionen Jahren war es vor allem ein guter Ort, um devonische Panzerfische in Sekundenbruchteilen zu vaporisieren.
🏕️ Survival-Tipps für die Entdeckung von Impaktkratern
Falls Ihr nächster Zeltausflug ebenfalls zu einer geologischen Sensation mutiert:
- Achten Sie auf Höhenlinien: Wenn der Stellplatz auf Satellitenbildern wie ein Mondkrater aussieht, packen Sie neben Mückenspray auch einen Geologenhammer ein.
- Untersuchen Sie die Lagerfeuersteine: Weisen die Felsen feine fächerförmige Schockwellenmuster auf, schlafen Sie exakt auf Ground Zero.
- Lassen Sie die Karibus in Ruhe: Das Land gehört längst ihnen – und ihre tierischen Ahnen haben immerhin die kosmischen Einschläge überstanden.
Wenn Sie das nächste Mal Inspiration für Ihren Urlaub suchen, werfen Sie ruhig einen genaueren Blick auf die Satellitenkarte. Vielleicht finden Sie kein Fünf-Sterne-Glamping-Resort, aber dafür eine 390 Millionen Jahre alte Visitenkarte des Universums.
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