Polygone Risse auf der Venus: Der heißeste Planet hatte einst echte Ozeane
Heute ist die Venus ein 475 °C heißer kosmischer Schnellkochtopf mit Schwefelsäurewolken, auf dem Blei wie Butter schmilzt. Doch unter der sengenden Kruste verbergen sich Spuren eines einstigen Badeparadieses.
In einer in Earth and Planetary Science Letters veröffentlichten Studie haben Planetenforscher der University of London und des Imperial College London Radardaten der venusischen Tiefländer neu ausgewertet. Die gewaltigen Netzwerke aus polygonen Rissen sind demnach keine vulkanischen Abkühlungsmuster, sondern getrocknete Schlammrisse uralter Meeresböden.
🏖️ Von der Lagune zur planetaren Heißluftfritteuse
Wenn auf der Erde ein schlammiges Seebecken in der Sommersonne austrocknet, zieht sich der Ton zu charakteristischen Sechseckmustern zusammen. Die Geometrie und Tiefe der Risse auf der Venus stimmen verblüffend genau mit irdischen Sedimentschichten überein – ein klarer Hinweis darauf, dass hier einst gigantische Wassermassen über Jahrmillionen verdampften.
Jahrzehntelang stritten Astronomen darüber, ob die Venus jemals Meere besaß oder von Beginn an staubtrocken war. Diese Schlammrisse liefern nun handfeste geologische Beweise für flüssiges Wasser in der Frühzeit unseres Nachbarplaneten.
🚀 DAVINCI & VERITAS nehmen Kurs
Die kommenden NASA-Missionen VERITAS und DAVINCI werden ihre Messinstrumente gezielt auf diese alten Becken ausrichten. Sollten hydratisierte Tonminerale nachgewiesen werden, ist die Venus das ultimative Mahnmal für einen eskalierenden Treibhauseffekt.
Wenn Ihnen die nächste Sommerhitze zu schaffen macht, trösten Sie sich: Ihr Lieblingsstrand ist zumindest noch nicht in 90 Atmosphären Kohlendioxid verdampft.
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