66 Millionen Jahre alter Dinosaurier-Knochen enthält noch echtes Kollagen
Jahrzehntelang erklärten uns Biologiebücher, dass nach 66 Millionen Jahren im Erdboden von einem Lebewesen nur noch reiner Stein übrig bleibt. Der Hüftknochen dieses Entenschnabel-Dinosauriers hat das Memo offenbar nicht erhalten.
In einer bahnbrechenden paläobiologischen Studie gelang es einem Team der University of Liverpool mittels hochauflösender Massenspektrometrie, echte endogene Kollagen-Proteinfragmente aus dem Beckenknochen eines 66 Millionen Jahre alten Edmontosaurus annectens aus der Hell-Creek-Formation in South Dakota zu isolieren und zu sequenzieren.
🦴 Das Dogma der Million-Jahre-Grenze wankt
Bisherige biochemische Modelle gingen davon aus, dass Peptidbindungen nach maximal 1 bis 3 Millionen Jahren zerfallen. In der dichten mineralischen Knochenmatrix des Hadrosauriers waren die Proteine jedoch durch Eisen-Quervernetzungen und mikroskopische Mineralkristallkammern so gut geschützt, dass sie Meteoriteneinschlag und Eiszeiten unbeschadet überstanden.
Die sequenzierten Aminosäureketten liefern faszinierende Einblicke in den Stammbaum der Urzeitechsen:
- Verwandtschaft mit Vögeln und Alligatoren: Die Peptidsequenzen stimmen auffallend mit dem Kollagen heutiger Hühner, Strauße und Krokodile überein – ein klarer biochemischer Beleg für die evolutionäre Linie.
- Keine bakterielle Kontamination: Die Massenspektrometrie schloss moderne Bakterienbiofilme zweifelsfrei aus. Es handelt sich zweifelsfrei um körpereigenes Dinosaurier-Protein.
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Buchen Sie noch keinen Urlaub auf der Isla Nublar. Proteine sind widerstandsfähige Bausteine, während DNA-Moleküle sehr viel fragiler sind und längst zerfallen sind. Lebende Dinosaurier wird es so schnell nicht geben, aber die Paläoproteomik eröffnet ein faszinierendes Fenster in die Biochemie der Kreidezeit.
Eines ist sicher: Ein Knochen, dessen Proteine den Asteroideneinschlag um 66 Millionen Jahre überdauern, verdient das Prädikat „für die Ewigkeit gebaut“.
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