Der Mars ist innen schief: Südlicher Erdmantel ist 400°C heißer und teilweise geschmolzen
Kennen Sie das, wenn man ein Tiefkühlgericht in der Mikrowelle aufwärmt und eine Seite kochend heiß ist, während die andere eiskalt bleibt? Genau so funktioniert das Innere des Mars seit Milliarden von Jahren.
In einer in Nature veröffentlichten Studie haben Geophysiker von Caltech und der University of Arizona enthüllt, dass der Rote Planet tief im Inneren thermisch extrem ungleich verteilt ist: Der südliche Mantel ist 200°C bis 400°C heißer als der nördliche und befindet sich in einem teilweise geschmolzenen Zustand.
📡 Gezeiten-Tomografie: Schwerkraft-Messung per Satellit
Mangels Tiefbohrungen nutzten die Forscher Gravitationsdaten dreier NASA-Orbiter (Mars Global Surveyor, Mars Odyssey, MRO). Durch die winzige Schwerkraftverformung des Mars unter dem Einfluss des Mondes Phobos rekonstruierten sie ein hochpräzises 3D-Temperaturprofil des Planeteninneren.
Die Entdeckung löst gleich drei fundamentale Mars-Mysterien auf einen Schlag:
- Die Mars-Dichotomie: Warum der Süden von tiefen Kratern und Hochebenen geprägt ist, während der Norden flach ist: Heißes, aufsteigendes Mantelmaterial hob die südliche Kruste dauerhaft an.
- Die Magnetfeld-Rätsel: Magnetisierte Gesteine existieren fast nur im Süden, weil dort einst ein heißer Dynamo das Magnetfeld erzeugte.
- Supervulkane: Die asymmetrische Wärmequelle speiste vulkanische Regionen wie Tharsis über Milliarden Jahre hinweg.
🌋 Ein Planet mit Herzschlag
Lange galt der Mars als geologisch erstarrter, toter Felsbrocken. Nun wissen wir: Tief im Süden brodelt noch immer ein heißer thermischer Motor!
Sollten zukünftige Mars-Kolonisten Grundstücke suchen: Im Süden gibt es die eingebaute Fußbodenheizung gratis dazu!
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