Die Sonne als Künstler: 10.000°C Plasma-Wirbel malen Van Goghs 'Sternennacht'
Offenbar war Vincent van Gogh nicht nur ein Meister des Post-Impressionismus – er kanalischte unbewusst die Strömungsmechanik von 10.000°C heißem Sonnenplasma aus 150 Millionen Kilometern Entfernung.
Mit dem leistungsstarken Daniel K. Inouye Sonnenteleskop auf Hawaii veröffentlichten Sonnenphysiker in Nature spektakuläre Aufnahmen. Zum allerersten Mal wurden Kelvin-Helmholtz-Instabilitäten (KHI) direkt auf der Sonne beobachtet. Die Wirbel erinnern verblüffend an den Himmel aus Van Goghs Gemälde Sternennacht.
☀️ Sonnenphysik auf High-EQ übersetzt:
Wenn unterschiedlich schnelle Plasmaströme aneinander vorbeirauschen, erzeugt die Strömungsdynamik gefiederte Wellenwirbel – als hätte Van Gogh höchstpersönlich einen Pinsel an die Sonne angelegt.
Erstmals auf einem Stern beobachtet
KHI-Wirbel kennt man bereits von Meereswellen und Wolkenformationen auf der Erde oder aus der Jupiteratmosphäre. Nun gelang der Nachweis dieser Mikro-Wirbel (20 bis 160 Kilometer Durchmesser) erstmals direkt auf der Sonnenoberfläche.
Das Rätsel der Sonnenkorona lösen
Abgesehen von der kosmischen Ästhetik bergen diese Wirbel Schlüsselhinweise für ein ungelöstes Rätsel der Astrophysik: Warum die äußere Atmosphäre der Sonne (die Korona) Millionen Grad heißer ist als ihre eigentliche Oberfläche. Das Verständnis dieser Wellen hilft zudem bei der Vorhersage von Sonnenstürmen.
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